Sicherheit
geht immer vor!

Kein Werkzeug liefert einen solchen Arbeitsfortschritt wie die Motorkettensäge. Das Tempo, in dem große Bäume fallen oder dicke Stämme zu Brennholz werden, ist beeindruckend. Doch es gibt ein paar Spielregeln, an die man sich halten muss.

Achtung: Du hast Pflichten!

Ohne Motorsägenschein oder entsprechende Kurse unter Aufsicht der Berufsgenossenschaften darfst Du im öffentlichen Raum nicht mit einer Motorsäge arbeiten. Das gilt auch für jeden, der sich einen Selbstwerberschein beim Förster holen will. Die Ausbildung dauert nur ein paar Stunden und ist gut angelegtes Geld. In den meisten Fachcentren kannst Du Adressen und Termine erfragen.

Auch die Schutzkleidung ist vorgeschrieben: Schnittschutzhose, Helm, Augen- und Ohrenschutz, Handschuhe und festes Schuhwerk sind Pflicht.

Rund um den Motorsägenschein

Wer im Wald sein eigenes Brennholz machen möchte, muss in aller Regel zunächst Fachkenntnisse im Umgang mit der Motorsäge nachweisen können. Der dafür nötige Kurs für zukünftige Motorsägen-Profis erfordert unter anderem:

  • einen gut sichtbaren Helm mit Visier und Gehörschutz
  • eine Schnittschutzhose. Es gibt Beinlinge, Bundhosen und Latzhosen in unterschiedlichen Schutzklassen.
    Übrigens: Die Hose darf von Ihnen nicht genäht oder geflickt werden! Auch sollte sie nicht regelmäßig gewaschen werden. Beides könnte die Schutzwirkung reduzieren
  • gut passende, griffsichere Handschuhe
  • Sicherheitsschuhe. Wasserdicht, mit hohem Schaft und Kettensägen-Schnittschutz
  • eine gut sichtbare Jacke, nicht zu dick, die Sie vor Auskühlung, Dreck und Sägespänen schützt

Motorsägenschein-Kurs

Wir bieten für unsere Kunden den Motorsägenschein-Kurs* inklusive Zertifikat regelmäßig an. Termine und Standorte
findest Du in Deinem Fachcentrum an der Info oder online unter: www.bauhaus.info/motorsaegenschein

*Die Teilnahme ist ab 18 Jahren unter Verwendung der notwendigen Sicherheitskleidung möglich. Je nach Region benötigen Brennholzselbsterwerber im Staatsforst weiterführende Zertifikate. Informiere Dich bitte bei den regionalen Forstbetrieben.

Bei Kraftstoff und Zubehör nicht sparen!

Du bist gut beraten, wenn Du Deine Kettensäge mit fertig angemischtem Kraftstoff und minimalem Ölzusatz betreibst. Das schont die Säge. Und Du stehst nicht im Ölnebel, wenn Du es beim Anmischen zu gut gemeint hast. Denke an die Umwelt: Das Kettenöl sollte in jedem Fall biologisch abbaubar sein. Oft sind in den Forsten auch Erste-Hilfe-Pakete und eine Trillerpfeife vorgeschrieben. Diese Ausrüstung ist ein Muss – im Notfall kann sie Dein Leben retten! Und wenn Du nicht bei der ersten Havarie gleich nach Hause fahren willst, sind eine zweite Kette und eine Reserveschiene sinnvoll. Viele Profis fahren generell mit zwei Sägen in den Wald, um bei unvorhergesehenen Schäden oder Zwischenfällen weiterarbeiten zu können.

Werkzeug und Motorsäge Werkzeug und Motorsäge

Sauberer Transport, sauberer Start

Eine Kettensäge hat messerscharfe Zähne. Deswegen sollte sie geschützt transportiert werden. Am Einsatzort angekommen, wird sie mit aufgestecktem Schutz einsatzbereit gemacht und mit dem Schwert nach hinten zum Baum getragen. Angezogen wird die Säge auf dem Boden stehend, mit dem Fuß im Griff. Wer die Säge frei in der Hand anwirft, gibt sich als Amateur zu erkennen! Auch nach getaner Arbeit kann noch Kettenöl aus dem Schwert nachlaufen. Daher empfiehlt es sich, die Kettensäge in einem geeigneten Transportbehältnis zu befördern.

Zusammen im Wald, allein am Baum

Selbst Forstwirte arbeiten nie allein im Wald. Und das hat seinen guten Grund: Es muss immer jemand vor Ort sein, um Hilfe leisten oder den Kettensägenführer unterstützen zu können. Am Baum aber hat der Helfer nichts zu suchen. Der Sicherheitsradius rund um einen zu fällenden Baum beträgt zwei Baumhöhen. Das ist nicht verhandelbar und gilt auch beim Entasten. Denke immer dran: Der Kettensägenführer hört nichts und hat ein eingeschränktes Sichtfeld.

Diese Fragen solltest Du Dir vorher stellen

Ein gefällter Baum fällt dorthin, wo ihn die Schwerkraft hinzieht oder der Wind hindrückt. Du musst Dir den Baum also vor dem ersten Schnitt ganz genau anschauen:

  • Hat er Totholz?
  • Steht er geneigt zu einer Seite?
  • Steht er am Hang?
  • Wie sieht die Krone aus?
  • Hat er einzelne überhängende Äste?

Erst wenn Du Dir hier Klarheit verschafft und die Windverhältnisse beachtet hast, kannst Du den ersten Schnitt entsprechend setzen.

Mann sägt einen Baum an Mann sägt einen Baum an

Saubere Schnitte – saubere Fällung

Beim Kettensägenführerschein lernst Du die Reihenfolge der Schnitte zum Fällen. Nur mit Fallkerb, Fällschnitt und Bruchleiste kann man einen Baum sicher zu Fall bringen, das eigentliche Umlegen erfolgt durch Umkeilen. So ist
sichergestellt, dass der Baum in die geplante Richtung fällt.

Wichtig:
Vor dem Fällen immer warnen („Baum fällt!“) und den Fluchtweg gut im Auge behalten. Wenn der Baum sich trotz aller Vorbereitungen „aufhängt“, also in der Krone eines Nachbarbaums hängen bleibt, ist Ihre Arbeit beendet. Du sperrst den Bereich ab und holst Dir professionelle Hilfe. Das Lösen eines aufgehängten Baums ist auch für Fachleute eine anspruchsvolle Aufgabe. Wer hier leichtfertig mit der Säge versucht, den Baum zu befreien, bringt sich und andere in Lebensgefahr. Deshalb gilt: Profi rufen!

Sägen von der Leiter ist verboten

Hast Du schon einmal einen Forstwirt oder Feuerwehrmann mit der Kettensäge auf eine Leiter steigen sehen? Nein? Das hat einen guten Grund: Es ist nämlich verboten, weil extrem gefährlich. Miete Dir einen Hubsteiger oder beauftrage eine Kletterfällung. Eine Motorkettensäge darf niemals über Schulterhöhe eingesetzt werden!

Motorsäge schneidet Holz Motorsäge schneidet Holz

Welche Kettensäge ist die richtige?

Für die schwere Arbeit im Wald solltest Du zu einer Motorkettensäge greifen. Sie ist kräftig und Benzin als Treibstoff kann in großen Mengen mitgeführt werden. Elektrokettensägen eignen sich gut für das Aufbereiten des gemachten Holzes.

Hier hast Du die Wahl zwischen E-Kettensägen mit Stromkabel-Anschluss oder Akkubetrieb. Mit einem mobilen Stromspeicher bist Du beweglicher und brauchst Dir keine Sorgen um eine durchgeschnittene Leitung zu machen, dafür haben Akkusägen nur eine begrenzte Laufzeit und sind häufig schwerer als ihre kabelgebundenen Artgenossen.

Unser Tipp: Greife zu mehreren leichten Wechselakkus, idealerweise mit 48 Volt – da steckt reichlich Kraft drin! Für welche Kettensäge Du Dich auch entscheidest: Vergesse nie, dass Du ein sehr mächtiges und gefährliches Werkzeug in den Händen hältst. Säge deshalb immer vorsichtig!