Mini-Balkon: Kleiner Balkon mit verschiedenen Pflanzen

Tipps & Ideen:
Gärtnern auf dem Mini-Balkon

Tomaten auf einem winzigen Balkon anpflanzen? Das funktioniert! Patricia Bobak erklärt, wie ein 2,4 m² großer Stadtbalkon zum bienenfreundlichen Gartenparadies wird – mit über 60 Pflanzen, kreativen Tipps und jeder Menge Experimentierfreude.

Patricia Bobak gewann den 2. Platz beim bundesweiten Pflanzwettbewerb „Deutschland summt!“ der Stiftung für Mensch und Umwelt in Berlin in der Kategorie „Balkone, Terrassen, Dachgärten, vertikale Gärten“. Instagram: @pattis.wonderland

Porträt-Foto von Mini-Balkon-Gärtnerin Patricia Bobak Porträt-Foto von Mini-Balkon-Gärtnerin Patricia Bobak

Fangt an – auch auf einem Nordbalkon! Probiert aus, denn meistens geht viel mehr als gedacht!

Patricia Bobak
Mini-Balkon: Blick auf kleinen Balkon von außen mit Erdbeeren, Stauden und Gräsern Mini-Balkon: Blick auf kleinen Balkon von außen mit Erdbeeren, Stauden und Gräsern

Was ist das Besondere an Ihrem Mini-Balkon?

Patricia Bobak: Es ist ein Nordbalkon mit nur 2,4 m². Das Internet schlägt hier vor allem Kräuter oder Salate vor. Aber ich träumte von meinem Mini-Balkon mit Gemüse, genauer Tomaten. Schon in der ersten Saison pflanzte ich unter anderem Erdbeeren, Rote Beete und sogar Kartoffeln.

Und siehe da: Dank regelmäßiger Düngung und Bewässerung funktionierte es! Seit 2024 liegt mein Augenmerk auf bienenfreundlichen Pflanzen. Mittlerweile sind es auf meinem Mini-Balkon über 60 Gewächse. Dazu kommen einige Pflanzen wie etwa Brennnesseln – und eine Insekten-Nisthilfe und -tränke.

Mini-Balkon: Blühende Stauden und Kräuter Mini-Balkon: Blühende Stauden und Kräuter

Was motiviert Sie?

Ich liebe die Natur. Leider geht die Biodiversität immer weiter zurück und Insekten verschwinden. Deswegen möchte ich mit meinem Mini-Balkon einen Beitrag zu mehr Artenvielfalt leisten und zeigen: „Das geht auch in der Stadt!“

Gleichzeitig habe ich mir damit meinen Traum vom eigenen Garten erfüllt und meinen kleinen Balkon eingerichtet und gestaltet, sodass er jetzt mein „grünes Wohnzimmer“ ist. Jeden Morgen sitze ich dort mit einer Tasse Tee und beobachte die Insekten. Das ist wie Meditieren.

Mini-Balkon mit verschiedenen Pflanzen und Gießkanne Mini-Balkon mit verschiedenen Pflanzen und Gießkanne

Was sind die Herausforderungen?

Auf jeden Fall die geringe Fläche! Ich möchte so viele Pflanzen wie möglich unterbringen. Mit Trockenheit habe ich dank des Hamburger Wetters kein Problem. Alle anderen Pflanzen gieße ich alle zwei Wochen. Das klingt wenig, hängt aber mit der Pflanzenwahl und der fehlenden Sonneneinstrahlung zusammen.

Biene in Blume auf Mini-Balkon Biene in Blume auf Mini-Balkon

Welchen Tipp in Sachen Balkonbepflanzung hätten Sie gerne früher gekannt?

Mehrjährige einheimische Stauden und Kräuter zu pflanzen, macht viel mehr Sinn als „Wegwerfpflanzen“. Das spart Geld, macht wenig Arbeit und ist zudem insektenfreundlich.

Mini-Balkon: Gurken und Glockenblumen Mini-Balkon: Gurken und Glockenblumen

Was raten Sie allen, die mehr aus ihrem Stadtbalkon machen möchten?

Fangt an – auch auf einem Nordbalkon! Bei mir gedeihen auch Wilde Malve, Tomaten und viele andere Sonnenpflanzen. Mein Tipp: Probiert alles aus, denn meistens geht viel mehr als gedacht!

Für Bienen & Co.:
Sandarium bauen

Mehr Biodiversität:

Wer mit seinem Mini-Balkon zumindest einen kleinen Beitrag leisten möchte, findet eine Vielzahl an bienenfreundlichen Pflanzen und Stauden im BAUHAUS Sortiment. Die Etiketten verraten, welche optimal für Insekten sind.

Für Bienenfreunde wichtig:

Die meisten Wildbienenarten nisten am Boden. Ein Sandarium als Nisthilfe ist ideal. Dabei handelt es sich um ein kleines Sandbeet in einem Pflanz- oder Tontopf aus möglichst grobem, ungewaschenem Sand verschiedener Körnung.

Herausforderung:

Das Sandarium muss recht tief sein, da die Insekten ihre Gänge vertikal in den Boden graben. Eine einfache DIY-Anleitung von @hey_bienenkind finden Sie bei uns: Balkon-Sandarium für Wildbienen bauen.

5 TIPPS FÜRS GÄRTNERN AUF DEM MINI-BALKON

1. Gern experimentieren

Auf Pflanzen-Etiketten ist die Standortvorliebe angegeben: schattig, halbschattig, sonnig oder auch Mischformen; dazu gibt es Infos zu Wasserbedarf oder Trockenheitsresistenz. Das sind aber nur Richtwerte. Wer experimentiert, kann durchaus positive Überraschungen erleben.

2. Insektenfreundlich gärtnern

Naturschutzorganisationen wie der NABU warnen vor dem massiven Rückgang der Gesamtmasse an Fluginsekten in Deutschland. Umso wichtiger also: entsprechende Räume für Bienen und Co. Das hilft:
Pflanzen mit Nektar und Pollen auswählen. Je länger die Blütezeit, desto besser. Ideal: März bis Oktober.
Ohne Chemie gärtnern – mit torffreier Bio-Erde, Bio-Dünger und bio-zertifizierten Pflanzen.

3. Auf Stauden setzen

Einjährige Pflanzen muss man jedes Jahr neu auspflanzen, mehrjährige Stauden leben dagegen jahrelang. Im Winter ziehen sie sich selbst zurück und treiben im Frühling erneut von selbst aus. Tipp: Einheimische Stauden nehmen – sie sind ideal an unser Klima angepasst.

4. Ideale Kräuter und Wildblumen

Zum Start reichen ein paar Töpfe mit Kräutern wie Minze, Bärlauch, Schnittlauch, Petersilie, Liebstöckel, Oregano, Thymian oder Rosmarin. Diese Pflanzen eignen sich als Insektenbüffet. Die perfekte Ergänzung sind Wildblumen oder Wildkräuter wie Mohn, Kornblumen, Rittersporn und Ringelblumen.

5. Nicht zu viel gießen

Faustregel für alle Pflanzen: Lieber etwas zu wenig als zu viel gießen. Bei nicht überdachten Balkonen hilft der Regen, zusätzliches Gießen kann sich dadurch erübrigen. Je nach Region, Balkonausrichtung und Jahreszeit mehrmals die Woche gießen – und zwar morgens.

Ideal für die Urlaubszeit: eine Urlaubs-Bewässerungsanlage. Bei diesen Anlagen kann man die Dauer und Frequenz der Bewässerung sowie die Anzahl an Tropfverteilern pro Pflanze passgenau einstellen.