
Wieso Bienen so wichtig sind
– und was sie bedroht
Sie ist der wahrscheinlich wichtigste Nützling – doch leider findet man sie immer seltener: die Biene. Ungefähr ein Drittel unserer Lebensmittel ist direkt von ihrer Bestäubung abhängig. Doch der Bienenbestand ist massiv bedroht. Allein in Europa starben über die vergangenen Winter 53 % der Bienenvölker aus.
Höchste Zeit also, den fleißigen Summern zu helfen!
Warum sind Bienen so wichtig?
Bienen liefern weit mehr als nur leckeren Honig. Bienen sind die Bestäuber Nr. 1 und sichern unsere große Vielfalt an Obst- und Gemüsesorten sowie Nüssen und Ölen: Von 100 der Pflanzenarten, die über 90 % der globalen Nahrungsmittelproduktion ausmachen, werden ca. 71 von Bienen bestäubt. Das steigert einerseits den Ertrag (ein Kirschbaum wirft z. B. mit Bienenbestäubung 77 % mehr ab als ohne), andererseits aber auch die Qualität der Früchte (weniger Missbildungen, höherer Handelswert).
Es gibt sogar Kulturpflanzen, die vollständig auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen sind, wie Kakao oder Vanille. Ohne den berühmten „Bienenfleiß“, der einer Wertschöpfung von etwa 200 Milliarden Euro pro Jahr entspricht, droht uns also eine bedenkliche Lebensmittelkrise.
Deshalb gilt die Biene in Deutschland als das drittwichtigste Nutztier nach Schwein und Rind.
Welche Gründe gibt es für das Bienensterben?
Was ist passiert? Seit knapp 20 Jahren beobachten Imker und Naturschützer, dass immer mehr Bienenvölker weltweit sterben. Wissenschaftler waren zunächst ratlos. Mittlerweile zeichnet sich ab, dass drei Faktoren den Bienen das Leben schwer machen:
1. Schwindende Lebensräume/ zurückgehendes Futterangebot
Große Monokulturen in der Landwirtschaft vernichten eine Vielzahl von kleinen Lebensräumen (Bienenweiden).
Die Folge: Rückgang der Arten in einem Biotop, einseitige Ernährung der überlebenden Tiere. Die Bienen und ihre Larven sind geschwächt und anfällig.
2. Klimawandel, Luftverschmutzung und Schädlinge
Die schlechtere Luftqualität und das höhere Temperaturniveau sieht man zuerst bei den kleinen Lebewesen. Bienen sind ein Musterbeispiel. Dazu kommen eingeschleppte (Bienen-) Schädlinge: Die Varromilbe stammt aus Asien. Unsere Bienen sind schutzlos gegen sie.
3. Falscher Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
Moderner Pflanzenschutz und bienenfreundliches Gärtnern sind kein Widerspruch mehr. Durch die Nutzung aller biologischen, biotechnischen, züchterischen, anbau- und kulturtechnischen Maßnahmen, kann der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel reduziert und optimiert werden.
Wie kann ich den Bienen helfen?
Gestalte Deinen Garten oder Balkon bienenfreundlich! Biete eine reichhaltige Auswahl an früh-, mittel- und spätblühenden Pflanzen: Ein Mix z. B. aus Krokus, Pfingstrose und Löwenzahn, Himbeere, Glockenblume und Steinklee sowie Efeu, Thymian und Christrose versorgt die Bienen das ganze Jahr über abwechslungsreich.
Darüber hinaus gilt: Ungefüllte Blütensträucher und Stauden (z. B. Blauzinnen, Löwenmäulchen, Stiefmütterchen) sind besser als gefüllte. Denn dort haben es die Bienen leichter, in die Blüten zu krabbeln.
Verzichte außerdem weitmöglichst auf Pflanzenschutzmittel, oder verwende nur unsere als „bienenfreundlich“ ausgewiesenen Alternativen. Um die heimischen Bienenbestände zu fördern, hilft es auch, regional erzeugten Honig zu kaufen.
Wie baue ich eine Nisthilfe?
Viele Garten- und Balkonbesitzer möchten ihren Beitrag zum Erhalt der Wildbienen leisten und Nisthilfen für solitär lebende Arten bereitstellen. Allerdings werden bei den Materialien bzw. der Bauart dieser Nisthilfen oft Fehler gemacht, sodass sich die Tiere dort nicht niederlassen oder ihnen sogar geschadet wird.


Ein paar wichtige Tipps und Hinweise:
-
Verwende keine (Acryl-) Glasröhrchen! Sie werden gern für Nisthilfen eingesetzt, da sich die Biene im Inneren beobachten lässt. Allerdings kann Wasserdampf durch das Material nicht entweichen. Das wiederum kann dazu führen, dass die Bienenbrut von Pilz befallen wird – und stirbt.
-
Eine weitere beliebte Methode ist es, einen Holzstamm anzubohren und so Nistplätze zu schaffen. Dabei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass das Holz gut abgelagert ist. Lass außerdem großzügig Abstand (ca. 2 cm) zwischen den einzelnen Bohrungen und bohre die Löcher mit einem Durchmesser von 3 – 8 mm ins Längs-, nicht ins Hirnholz. So vermeidest Du Rissbildungen.
-
Das Holz nicht komplett durchbohren und die Wände des Loches möglichst glatt halten, denn an abstehenden Fasern können sich Bienen die Flügel verletzen. Holzmehl vom Bohren einfach aus den Löchern klopfen. Dann kannst Du Deine Nisthilfe an einem sonnigen, wind- und regengeschützten Ort platzieren. Sie sollte fest verankert und etwas erhöht aufgestellt werden.
-
Auch Ziegel werden oft für Insektenhotels und Nisthilfen verwendet. Dabei kommt es jedoch auf die richtige Ziegelsteinart an: In Loch- und Hohlziegel ziehen Bienen nicht ein. Gern angenommen werden hingegen Strangfalzziegel. Gasbetonsteine („Ytong“) nehmen Wasser auf und sind deshalb nicht als Nisthilfen geeignet.
-
Manche Wildbienenarten nisten an natürlichen Steilwänden. Für sie stellen Bienenfreunde gern Weidenruten-Lehmwände mit eingedrückten Löchern auf. Oftmals wird dabei aber Lehm verwendet, der nach dem Trocknen zu hart wird. Denn Bienenarten, die dort nisten, graben ihre Nester meist selbst – das können sie bei allzu harter Oberfläche nicht. Verwende deshalb Lößlehm; dieser ist locker genug, dass sich die Bienen darin eingraben können.


So baust Du einen Nistkasten für Mauerbienen
Du möchtest den Wildbienen in Deinem Garten ein eigenes Häuschen bauen? Hier erklären wir Dir, wie's geht.
Zur Bauanleitung