Auf einem kleinen Gartentisch stehen Obst, Marmelade und Kaffeestückchen

Schön und schlicht: Der
DIY-Tablett-Tisch

Praktischer Alltagshelfer für Heim und Garten: Diese Tisch-Tablett-Kombi ist ein echtes Multitalent und zugleich ein dekorativer Hingucker. Wir zeigen Dir, wie Du den Beistelltisch, der sich im Nu zum Tablett umfunktionieren lässt, selber baust.

Robert Sike hält in Werkstatt Holzstücke aufeinander Robert Sike hält in Werkstatt Holzstücke aufeinander

Für meine Dachgeschosswohnung habe ich nie passende Möbel gefunden. Also habe ich mir einfach gebaut, was ich benötige.

Blogger Robert Sike von „Neue.Werkstatt“
Auf einem Gartentisch steht Essen, von oben fotografiert Auf einem Gartentisch steht Essen, von oben fotografiert

Ein Tisch mit Pfiff für jede Gelegenheit

Beistelltische sind praktisch. Rasch herbeigeschafft, dienen sie bei warmen Temperaturen im Garten oder auf dem Balkon als Abstellfläche für kühle Getränke oder die Brotzeit zwischendurch. Im Winter ziehen sie ins Haus oder die Wohnung und sind schnell überall dort aufgebaut, wo sie benötigt werden. Noch praktischer ist es, wenn der Beistelltisch zugleich ein Tablett ist wie bei dem Exemplar, das Robert Sike für uns gebaut hat.

Auf seinem YouTube-Kanal „Neue.Werkstatt“ überrascht der gelernte Grafiker mit dem ausgeprägten Faible fürs Holzhandwerken seine Fans immer wieder aufs Neue mit kreativen Werkideen in formschönem Designs. Filmen ist Roberts Hobby – und wie beim Werken ist er auch hier immer auf der Suche nach neuen Ideen und Kniffen, um seine Zuschauer zu überraschen.

Robert Sike schleift ein Kantholz ab Robert Sike schleift ein Kantholz ab

Wertvolle Tipps und Ideen

Aufs Werken kam Robert Sike, der aus Braunschweig stammt und in Regensburg lebt, ursprünglich durch seine individuelle Wohnsituation. „Für meine Dachgeschosswohnung habe ich nie passende Möbel gefunden“, erzählt er. „Also habe ich mir einfach gebaut, was ich benötige. Die Tipps der Holzhandwerker-Community waren mir dabei eine große Hilfe – und so kam ich auf die Idee, selber einen Kanal zu betreiben.“

Auf „Neue.Werkstatt“ teilt der Autodidakt seitdem seine Erfahrungen. Den Dialog mit den Abonnenten und das Teilen des handwerklichen Wissens in der Community schätzt er nach wie vor: „So viele wertvolle Tipps und Ideen kann man alleine gar nicht entwickeln.“

Ein praktischer Hingucker: Roberts Tablett-Tisch

Bei seinem aktuellen Werkstück, das er für uns entworfen hat, fasziniert Robert Sike vor allem das Zusammenspiel des kühlen Metalls mit dem hübsch gemaserten Holz. „So etwas habe ich bisher nicht gemacht. Ich finde, beides harmoniert perfekt miteinander“, freut er sich.

Clou des Entwurfs ist die Doppelfunktion: Er kann sowohl als Tisch als auch als Tablett verwendet werden. Das Aluprofil, das Robert an den Längsseiten integriert hat, sorgt gemeinsam mit den sanft geschwungenen Querbrettern mit Griffmulden dafür, dass beim Transport nichts herunterrutscht. Und es sieht hübsch aus, wenn das Tablett zum Tisch wird.

Dafür wird das Tablett einfach auf die Gestellkonstruktion aufgesetzt und hält durch die natürliche Reibung des Holzes so gut, dass Robert sogar auf die zunächst geplanten Gummistopper verzichtet hat. Das Gestell ist durch den integrierten Seilzug zudem höhenverstellbar – und kann damit bei vielen verschiedenen Gelegenheiten eingesetzt werden.

So baust Du Deinen eigenen Tablett-Beistelltisch:

Dieses Material benötigst Du:

  • 2 x Eiche Leimholz Rustikal (800 x 400 mm)
    1 x 60,5 x 2 x 35 cm
    2 x 35 x 8 x 2 cm
  • Holzzuschnitt Gestell:
    4 x 80 x 2 x 1,5 cm
    4 x 32,5 x 2 x 3,5 cm
    1 x 26,2 x 2 x 1,5 cm
  • 2 x Vierkantstange Aluminium 6 x 6 mm
  • Osmo TopOil, 500 ml
  • Uhu 2K Kleber
  • 1 m Seil Dinghy Control, 4 mm, rot/weiß
  • Flachdübel Craftomat
  • Ponal Holzleim
  • 2 x Messingschrauben 4,5 x 60 mm
  • Schleifpapier (280er-Korn)

Dieses Werkzeug benötigst Du:

  • Tischkreissäge
  • Tischoberfräse (Hohlkehl-/ Abrund-/ Nutfräser)
  • Eisensäge
  • Stechbeitel
  • Metallfeile
  • Bohrer und Senker
  • Exzenterschleifer
  • Akkuschrauber
  • Flachdübelfräse

Hier geht's zum Download der Bauskizze!

1

Richtige Vorbereitung

Zunächst besorgst Du die Materialien anhand der Liste, prüfst Dein Werkzeug auf Vollständigkeit für das Bauvorhaben und legst es bereit.

Robert Sike hat sich bei seinem Tisch für eine Leimholzplatte mit durchgängigen Lamellen aus Eichenholz entschieden, die eine schöne Holzmaserung aufweist. Aber auch andere Hölzer sind natürlich möglich.

Entscheide selbst, welches Holz Dir gefällt und zu Deinem Stil passt. Im ersten Schritt werden die verschiedenen Bestandteile des Werkstücks zugeschnitten.

2

Zuschnitt der Teile

Nun machst Du die Gehrungsschnitte an den Außenseiten des Grundkörpers und der Griffe mit je 15°. Dies ergibt zusammen 30° und macht die Tablettform aus.

Der Grundkörper bekommt eine 1 bis 2 mm tiefe und 6 mm breite Nut über die gesamte Längsseite, in die später das Aluminiumprofil eingelassen und verklebt wird.

3

Tablett anfertigen

In beide Griffelemente im oberen Bereich fräst Du mit einem Hohlkehlfräser innen und außen Griffmulden.

Anschließend wird die Griffseite mit einem Abrundfräser abgerundet, um dem Griff mögliche Scharfstellen zu nehmen.

Die Griffelemente und den Grundkörper bearbeitest Du dann mit einer Flachdübelfräse. Alle Teile danach mit Leim und Flachdübeln verkleben. Fixiere sie mit Zwingen und lass sie mehrere Stunden trocknen.

4

Aluprofile einfügen

Auf die 6 x 6 mm Aluprofile überträgst Du die 30°-Gehrung des Tabletts – entweder mit einer Eisensäge und Feile oder mit einer Kapp- und Gehrungssäge mit Metallschneide-Sägeblatt. Dabei die Längsseiten so lang wählen, dass sie um 1 bis 2 mm in die Griffelemente hineinragen.

Anschließend die gekürzten Aluprofile mit dem 2K-Kleber in der Nut befestigen.

5

Gestell vorbereiten

Die beiden 32,5 x 2 x 3,5 cm großen Auflage- und Fußelemente bilden die Anfangs- und Abschlussflächen des Gestells.

Sie werden per Falzfräser mit einer 1,5 cm breiten Falz und Nut versehen. In diese werden hinterher die zwei Außenleisten verklebt.

6

Gestellteile verleimen

Nun verleimst Du die Teile des inneren und äußeren Gestellelements miteinander.

Dafür Leim auftragen und je zwei Leisten mit den Maßen 80 x 2 x 1,5 cm in die Nut und Falz stecken.

Anschließend vorsichtig mit Zwingen fixieren. Leim gut durchziehen und trocknen lassen.

7

Gestell nachbearbeiten

Im nächsten Schritt erhält das innere Bauteil eine Stabilisierungsleiste (26,2 x 2 x 1,5 cm) genau mittig eingeleimt.

Die Gestellteile per Schleifpapier glätten und mit dem Holzöl behandeln. Beide Teile scherenähnlich verbinden. An der Verbindungsstelle der beiden Gestellbestandteile bohrst Du nun mittig ein Loch und verschraubst die Teile mit einer langen Messing-Schlitzschraube.

Bearbeite dann mit einem Abrundfräser die Fußstand- und Auflageflächen und runde sie ab. So verliert das Gestell seine scharfen Kanten.

8

Höhenverstellung anbringen

Für die Höhenverstellung des Gestells zunächst in die beiden oberen Auflageflächen mittig mit einem 4,5 mm-Bohrer bohren.

Durch das entstandene Loch Kannst Du das 4 mm-Seil ziehen und es an einem Ende mit einem festen Knoten versehen. In der Folge führst Du das Seil durch die zweite Öffnung und verknotest es in gewünschter Länge. Durch diese Vorrichtung variiert die Gestellbreite. Dadurch ist die Serviertablett-Tischkombination per Seilzug in der Höhe verstellbar.

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