Sechs Richtige fürs Kaminfeuer
Den passenden Kaminofen auswählen

Bevor Ihr Euch in die Auswahl eines passenden Kaminofens stürzt, müsst ihr für euch einige grundsätzliche Entscheidungen treffen. Dazu gehört: Was ist mein Brennstoff? Will ich mich nur an Flammenspiel und Wärme erfreuen, oder möchte ich auch auf dem Ofen kochen? Soll er auch meine Warmwasserheizung aufheizen, oder will ich gar einen klassischen Kachelofen im Wohnzimmer haben? Wir helfen Euch bei der Kaufentscheidung.

Die 6 wichtigsten Typen von (Kamin-) Öfen

Kaminofen, der Klassiker

Der macht wohlige Wärme und bietet ein wunderschönes Flammenspiel hinter der Scheibe. Mehr nicht. Aber was mehr will man von einem Ofen? Kaminöfen sind für Scheitholz, Holzbrikett und manche sogar für Braunkohlebrikett geeignet. Sie speichern die erzeugte Wärme aber nur für kurze Zeit und eignen sich mehr für die unregelmäßige Nutzung.

Für wen? Der Kaminofen hat seinen Platz in Ferienhäusern oder in Haushalten, wo nur an kalten, feuchten Wintertagen der Ofen angemacht wird.

Speichersteinofen, mit langem Atem

Der hat einen eingebauten Wärmespeicher. Einmal angeheizt, speichern die Steine (Schamotte) zwischen Brennkammer und Verkleidung zusammen mit speziellen Luftkanälen die Wärme noch für Stunden. Und das gilt auch noch, lange nach dem das Feuer in Brennraum erloschen ist. Erkauft wird diese wohlige Wirkung mit einer voluminöseren Bauart und einem deutlich höheren Gewicht.

Für wen? Der richtige Ofen für alle, die sich in das Flammenspiel verliebt haben und mit ihm mindestens das Wohnzimmer regelmäßig heizen wollen.

Wasserführender Kaminofen, der Unterstützer

Du bist nicht der Erste, der sich die Frage stellt, warum man den heiß geliebten Kaminofen nicht in das Warmwassersystem der Zentralheizung integrieren kann? Voilà – dieser Ofen hat einen eingebauten Wärmetauscher, der etwa zwei Drittel der Energie auf das Rohrsystem der Zentralheizung überträgt. Perfekt, gerade auch für die Übergangszeit. Einziger kleiner Nachteil: die Montage erfordert Vorkenntnisse.

Für wen? Für Sparfüchse, die am liebsten das ganze Haus mit Kaminofen-Hitze heizen würden.

Küchenherd, der Mittelpunkt des ganzen Hauses

Der wärmt nicht nur, der kocht auch noch! Schöner kann man sein Essen gar nicht zubereiten. Natürlich ist so ein holzbefeuerter Herd nichts für den schnellen Hunger zwischendurch, kann aber trotzdem in moderne Küchen integriert werden.

Für wen? Nicht nur für hungrige Waldbesitzer – der Küchenherd bringt das Beste aus alter Zeit zurück, hat eine hervorragende Umweltbilanz und macht auch noch perfekte Pizza, Brot und alle anderen Gerichte, die eine lange Garzeit haben. Was willst Du mehr?

Kachelofen, der Nostalgiker

Es gibt sie immer noch, die berühmten Wärmespeicher für ein ganzes Haus. Sie werden fest eingebaut und brauchen dabei verhältnismäßig viel Platz. Dafür ist ihre Wärmespeicherkapazität unübertroffen. Das Konvektionsprinzip bedeutet, dass kontinuierlich kalte Luft im Raum angesaugt, am Ofen erhitzt und wieder in den Raum abgegeben wird. Die Montage braucht leider regelmäßig einen Profi.

Für wen? Schon unsere Großeltern wussten, was gut ist: Ein Kachelofen ist die Herzkammer für ein ganzes Haus. Wer ihn einmal genossen hat, kann sich kein Leben mehr ohne ihn vorstellen.

Pelletofen, der Saubermann

Wenn man mit Pellets ausgewachsene Kraftwerke befeuern kann, funktioniert das natürlich auch im Kleinen. Pellet sind eigentlich gepresste Holzreste. Ein sehr energiehaltiger und CO2-neutraler Brennstoff, der im Idealfall aus heimischer Ernte stammen sollte. Die „Holzkrümel“ fallen aus einem Vorratsbehälter in die Brennkammer. Dazu gehören immer eine automatische Zündung, Speichersteine und ein Warmluftgebläse. Worauf man verzichten muss: eine spektakuläres Feuer hinter der Scheibe.

Für wen? Für Besserwisser! Der Pelletofen ist die Brücke zwischen dem klassischen Kamin und einer modernen, ökologischen Heizanlage. Und sauberer als Kaminöfen ist er auch noch.

Was ist ein Dauerbrandofen?

Dauerbrandöfen – im Gegensatz zu Zeitbrandöfen – sind die Langläufer unter den Öfen. Und deswegen haben sie eine spezielle Brennraumform, sind so auch für den Einsatz von mineralischen Festbrennstoffen wie Braunkohlebriketts geeignet. Eine Befeuerung mit Holz oder Holzbrikett geht natürlich trotzdem. Bei guten Dauerbrandöfen reicht eine Lage Brennstoff für drei Stunden und mehr!

Zu den Dauerbrandöfen

Wieviel Leistung brauche ich?

Die Raumgröße entscheidet: Für vier Quadratmeter Raumfläche solltet Ihr 1 kW Heizleistung vorhalten. Hat der Kaminofen zu viel Power, wird der Raum überhitzt. Hat er zu wenig Leistung wird es nie wohlig warm werden. Beispielrechnung: Für einen Raum von 30 Quadratmeter Grundfläche braucht Ihr demzufolge um die 7,5 kW Heizleistung.

Das beste Holz für meinen neuen Ofen

Alle Öfen (mit Ausnahme der Pelletöfen) befeuert Ihr am besten mit einem trockenem, heimischen Hartholz. Eiche, Esche, Ahorn, Kirsche und die überall verfügbare Buche sind erste Wahl. Die Birke gibt ein besonders schönes Flammenspiel, das harzhaltige Nadelholz nimmt man in erster Linie zum Anzünden.