Deko aus Birkenrinde

Deko aus Birkenrinde:
So natürlich kann Kunst sein

Designerin Anastasiya Koshcheeva entwirft in Berlin Design-Objekte aus Birkenrinde. Der vielseitige Werkstoff lässt sich ernten, ohne dass der Baum Schaden nimmt. Das ist nicht nur natürlich und funktional, sondern auch dekorativ. Wie sie auf die Idee dazu kam und wie sie das Material bearbeitet, erfährst Du im Artikel.

Bäume begleiten mich mein ganzes Leben, auch hier in Berlin bin ich sehr gerne im Wald.

Anastasiya Koshcheeva, Birkenrinden-Designerin

Ein Atelier, das nach Birken duftet

Augen schließen, einatmen! Wenn man im Atelier der sibirischen Designerin Anastasiya Koshcheeva in Kreuzberg, im Herzen Berlins, steht, dann riecht es nach Wald.
Genauer: nach Birke. Denn die Künstlerin arbeitet mit einem Werkstoff, den man in der heutigen Zeit der Nachhaltigkeit vermeintlich als „Mode-Trend“ abstempeln könnte. Doch weit gefehlt, bereits seit 2012 verarbeitet Anastasiya Koshcheeva Birkenrinde zu Deko-Objekten. passt! hat sie besucht und herausgefunden, wie kreativ sie dabei vorgeht.

Lampen aus Birkenrinde Lampen aus Birkenrinde

Vielfältig einsetzbar

Wie vielfältig dieser natürliche Werkstoff ist, wird im Gespräch mit der Designerin klar: „In den nordischen Ländern werden damit Dächer bedeckt – ein klassisches Beispiel hierfür ist ein Grasdach.“

Auch die Kunstwerke, die in ihrem Berliner Atelier entstehen, sind abwechslungsreich – und in den meisten Fällen nicht nur schön anzusehen, sondern mit praktischem Nutzwert: Hocker und Stühle, Lampen, selbst Vorratsdosen für Lebensmittel hat sie schon kreiert. Jedes Stück ein Unikat, versteht sich.

Material mit langer Tradition

Birken zählen zu den ökologisch wertvollen Baumarten. Die aus ihrer Rinde gefertigten Produkte sind Wasser abweisend und sogar für die Reinigung mit Spülmittel geeignet. Doch wie kommt man dazu, Gegenstände und Kunst aus Birkenrinde herzustellen?

Für die Wahl des Werkstoffs sind natürlich ihre russischen Wurzeln verantwortlich. Vor 13 Jahren zog sie von Sibirien nach Deutschland, später dann nach Berlin. Die Erinnerungen an die scheinbar unendlich großen Birkenwälder ihrer Heimat haben sie geprägt.

Einige ihrer Arbeiten – die Ergebnisse ihrer Bachelor-Arbeit – stellte Koshcheeva dann auf dem Salone del Mobile in Mailand vor, einer der größten Messen für zeitgenössisches Design. Dabei stießen sie auf so viel Begeisterung, dass sich die Designerin anschließend selbstständig machte und im Jahr 2018 die Marke „MOYA“ gründete.

Mehr über die Design-Objekte aus Birkenrinde made in Berlin erfährst Du auf hier.

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