Bäume und Sträucher
richtig schneiden

Für ein blühendes, gesundes Leben müssen Bäume oder Sträucher auch Äste lassen, damit ihre Krone tragfähig für Früchte bleibt.

In den ersten Jahren nach dem Einpflanzen sollte der Schnitt jährlich erfolgen und immer nur mit gut geschärftem Werkzeug. Worauf Du dabei achten musst und wie Du Deine Gehölze richtig schneidest, verraten wir Dir hier.

Rückschnitt: eine Vitalkur für Blütensträucher

Gehölze freuen sich über einen regelmäßigen Rückschnitt und treiben dadurch immer wieder neu aus. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt?

Das kann von Strauch zu Strauch unterschiedlich sein. Grundsätzlich sollten Frühjahrsblüher etwa alle drei Jahre nach der Blüte geschnitten werden.

Sommerblüher dürfen im zeitigen Frühjahr großzügig ausgelichtet werden. Zu entfernen sind prinzipiell vertrocknete, nach innen wachsende, sich reibende und sich kreuzende Zweige. Zurückgeschnitten wird immer knapp über einem Auge – das verhindert, dass Krankheitserreger über den gekappten Ast eindringen können.

Bei Sträuchern, die über längere Zeit nicht oder fehlerhaft zurückgeschnitten wurden, empfiehlt sich ein sogenannter „Verjüngungsschnitt“. Das Gehölz wird dabei rigoros gekürzt. Doch Vorsicht: Es gibt Straucharten, z. B. Goldregen, die diese Radikalkur nicht vertragen.

Rückschnitt bei Obstbäumen führt zu mehr Ertrag

Im Februar oder März kannst Du Deinen Obstbäumen durch einen Rückschnitt die Kraft für viele Früchte verschaffen.

Mit einem starken Rückschnitt förderst Du das Holzwachstum, ein schwacher Rückschnitt fördert die Fruchtansätze.

Besonders die Krone sollte licht und luftig ausgedünnt werden. Nach innen bzw. senkrecht wachsende Äste entfernen, da ihr Fruchtertrag sehr gering ist.

Bei sich kreuzenden oder aneinanderreibenden Zweigen kann je einer weggeschnitten werden – auch hier wieder jeweils den steileren oder nach innen wachsenden Zweig entfernen.

Rückschnitt bei hängenden Baumkronen

Die wohl bekannteste Trägerin einer hängenden Krone ist die Trauerweide. Sie kommt in der Regel ohne zusätzlichen Beschnitt aus – so wächst sie meist am schönsten.

Zierweiden sollten allerdings in regelmäßigen Abständen geschnitten werden, da sie sonst zu wuchern beginnen. Der genaue Zeitpunkt kann dabei je nach Weidenart variieren: oft liegt er Ende Februar, noch vor dem Austrieb.

Bei der hängenden Kätzchen-Weide zum Beispiel empfiehlt sich ein Rückschnitt erst nach der Blüte. Ohne Rückschnitt würden sich bei dieser Gattung schon innerhalb weniger Jahre abgestorbene Triebe in der Krone sammeln, da sie durch den dichten Wuchs nicht genügend Licht abbekommen.

Der richtige Zeitpunkt für den Baumschnitt

Für einen radikalen Baumschnitt sollte ein frostfreier Tag zwischen November und Februar gewählt werden, denn vom 1. März bis 30. September sind solche Maßnahmen gesetzlich verboten, um brütende Vögel und ihre Nester nicht zu stören (siehe § 39 Abs. 5 S. 1 Nr. 2 BNatSchG). Nur leichte Pflege- und Formschnitte sind in dieser Zeit erlaubt.

Außerdem gibt der Schnitt in der Ruhephase frucht- oder blütentragenden Gehölzen die Gelegenheit, sich bis zum nächsten Austrieb lange genug zu erholen.

Stark treibende, nicht fruchttragende Sorten wie Weiden besser im Sommer großzügig zurückschneiden. Das verhindert, dass die Äste in der Kronenmitte zu dicht werden.

Nach dem Baumschnitt kommt die Wundversorgung

Besonders wenn größere Äste abgeschnitten wurden, kann die „Wundstelle“ am Baum durch Pilz- oder Bakterienbefall infiziert werden. Deshalb solltest Du die Schnittstelle mit einer Wundversiegelung behandeln.

Auch Rindenabrisse und Fraßstellen durch Wild können damit geschlossen werden. Kleinere Schnittflächen können gesunde Bäume meist leichter selbst schließen. Dazu bildet ihre Wachstumsschicht (Kambium) ein Wundgewebe – den Kallus.

Übrigens: Laubbäume besitzen eine bessere Selbstheilungskraft als Nadelbäume.

Bäume richtig schneiden

Prinzipiell gilt: lieber zu viel als zu wenig abschneiden. Denn unzureichend gekürzte Triebe wachsen nur schwach nach. Seitentriebe mit Knospen geben Orientierung.

Richtiger Baumschnitt: So geht's

So sollte es aussehen, wenn Du einen Trieb zurückschneidest: die Schnittkante ist auf Höhe der Knospe. Perfekt!

Fehler beim Baumschnitt: die Knospe steht frei

So solltest Du einen Trieb nicht zurückschneiden. Die Knospe ragt über die Schnittfläche hinaus und steht ungeschützt frei.

Fehler beim Baumschnitt: der Zapfen ist zu lang

Auch dieser Rückschnitt ist nicht korrekt: Hier ist der Zapfen zu lang und ragt weit über die Knospe hinaus.

Fehler beim Baumschnitt: die Schrägfläche ist zu groß

Noch ein verbreiteter Fehler beim Rückschnitt: Die Schere wurde zu steil angesetzt, die Schrägfläche ist zu groß.

Der richtige Zeitpunkt für den Baumschnitt

Je nachdem, wann fruchttragende Gewächse ihre Blütezeit haben, sollte auch der Rück- bzw. Erhaltungsschnitt durchgeführt werden:

Die Baumschnittstufen im Detail

Der Pflanzschnitt

Diese Pflegemaßnahme wird gleich nach dem Einpflanzen von Holzgewächsen vorgenommen, um das Verhältnis von Wurzel und Trieben auszugleichen. So kann auch das spätere Wachstum beeinflusst werden.

So geht der Pflanzschnitt: Den Mitteltrieb um ca. 1/3 kürzen und die Seitentriebe um ca. 2/3. Schwache Triebe kannst Du komplett abschneiden.

Der Erziehungsschnitt

Bei Jungbäumen dient er der Vorbeugung von Fehlentwicklungen. Außerdem bereitet er die Krone auf ihre angedachte
Funktion vor, also z. B. das Tragen von Früchten.

So geht der Erzierhungsschnitt: Sogenannte „Konkurrenztriebe“ (bis ca. 5 cm Durchmesser) werden abgeschnitten, Triebe mit einer Stärke über 5 cm sollten gekürzt werden.

Der Verjüngungsschnitt

Besonders stark zugewachsenen Bäumen oder Sträuchern, die evtl. schon von Misteln befallen sind, kann mit einem Verjüngungsschnitt geholfen werden.

So geht der Verjüngungsschnitt: Durch das gezielte Entfernen einzelner, auch größerer Äste erhält der Baum insgesamt mehr Licht und Luft – und kann so neu erblühen.

So findest Du die richtige Gartenschere

Garten- und Astscheren gehören zur Grundausstattung des Hobbygärtners. Sie müssen gut in der Hand liegen und leichtgängig arbeiten. So kann man viele Schnitte machen, ohne dass die Arme oder Hände ermüden.

Mann schneidet Hortensie zurück Mann schneidet Hortensie zurück

Gartenschere oder Astschere?

Kaum ein anderes Werkzeug ist so häufig im Einsatz wie die handliche Gartenschere. Je nach Modell werden Astdurchmesser bis 20 Millimeter bewältigt.

Bei noch dickeren Ästen kommt man mit langholmigen Astscheren, die man beidhändig bedient, viel besser zurecht.

Vor allem Getriebemodelle sind echte Kraftpakete, die richtig zupacken und sich ohne Murren durch bis zu fünf Zentimeter dicke Äste beißen.

Zwei nebeneinander liegende Gartenscheren Zwei nebeneinander liegende Gartenscheren

Amboss- oder Bypass-Schere?

Die scharfe Klinge einer Amboss-Schere hat einen stumpfen Gegenspieler aus Kunststoff oder Metall – ideal für hartes und trockenes Holz.

Bei Bypass-Scheren gleiten zwei scharfe Klingen aneinander vorbei, sie eignen sich damit perfekt für frisches, weicheres Holz

Zweig mit Gartenschere schneiden Zweig mit Gartenschere schneiden

Gartenschere für große oder kleine Hände?

Bei hochwertigen Gartenscheren – ob Amboss oder Bypass – lässt sich die Grifföffnung stufenweise verstellen, sodass Gärtner mit kleinen Händen mit ihr ebenso gut arbeiten können wie Gärtner mit großen Händen.

Ein kleiner Öffnungswinkel der Schere ist außerdem in dichtem Geäst praktisch, da Du mit der Schere nicht ständig hängen bleibst.

Gartenscheren richtig pflegen

Entferne mit einer Drahtbürste alles, was nach Pflanzensaft oder Harz aussieht. Beides macht die Klingen nicht nur schwergängig, es können darauf auch Krankheitserreger überwintern. Danach bekommen die Klingen eine reinigende Behandlung mit Pflegeöl.

1. Rost lösen:
Sprühe die Feder mit Öl ein und presse sie ein paarmal zusammen. Auch die Verschlussklinke bekommt etwas Öl, damit sich die Schere problemlos öffnen und schließen lässt. Lass das Öl noch etwa 10 Minuten einwirken.

2. Sauber wischen:
Säubere die Schere mit einem Lappen. Das Öl bleibt dabei an den wichtigen Stellen erhalten. Eine stumpfe Klinge schärfst Du mit einem nassen Schleifstein, was allerdings etwas Übung erfordert.