Frühlingsboten:
Tulpen lassen den Frühling leuchten

Wenn die ersten Tulpen blühen, ist der Frühling nicht mehr weit. Die Zwiebelblume ist bei uns nicht nur ein beliebter Frühblüher für Parks und Gärten, sondern auch eine oft verkaufte Schnittblume.

Was Du über Tulpen wissen musst, verraten wir Dir hier.

Stammen Tulpen wirklich aus Holland?

Die Tulpe ist die einzige Blume, die jemals einen Börsencrash verursacht hat. Das ist allerdings fast 400 Jahre her, geschah in Holland und war wilden Spekulationen mit den damals teuer gehandelten Tulpenzwiebeln geschuldet.

Später hat die Tulpe dann manchem Niederländer das Leben gere­ttet, denn sie wurde in der Hungersnot am Ende des Zweiten Weltkriegs sogar zum Nahrungsmi­ttel erklärt.

Die Informationszentrale gegen Vergiftungen der Uni Bonn würde davon allerdings eher abraten – Tulpen gelten als giftig. Bereits längerer Hautkontakt kann zu Ausschlag und Juckreiz führen. Beim Konsum größerer Mengen drohen demnach unter anderem Bauchschmerzen und Erbrechen.

Auch noch heute versorgt sie unsere Nachbarn gut. 80 Prozent aller weltweit gehandelten Tulpenzwiebeln stammen aus Holland. Mehr als zwei Milliarden davon produzierten die rund 1000 Züchter allein 2017.

Ursprünglich kommt die Tulpe allerdings nicht aus Holland, sondern aus dem Mittleren Orient. Sie wurde einst etwa in Persien und der heutigen Türkei angebaut und kam erst im 16. Jahrhundert nach Holland.

In Westeuropa berühmt machte die Tulpe der Botaniker Charles de l’Écluse. Er erwähnte sie nicht nur in einem seiner Botanik-Bücher, sondern sorgte durch Tauschhandel auch für ihre rasche Verbreitung.

Die bis heute groß angelegte Tulpenzucht und der Handel mit Tulpen in Holland entstanden bereits Ende des 16. Jahrhunderts.

Welcher Standort eignet sich am besten für Tulpen?

Das Erfolgsgeheimnis der in unzähligen Formen und Farben erhältlichen Frühlingsboten ist simpel: Die meisten Tulpensorten sind anspruchslos, überstehen auch harte Winter und brauchen außer ein wenig Dünger kaum Pflege.

Tulpenzwiebeln gedeihen unter Rasen genauso gut wie im Beet oder im Balkonkasten. Moderne Sorten kommen mit wenig Sonne aus und widerstehen auch mal einer steifen Frühlingsbrise.

Grundsätzlich mögen Tulpen aber einen sonnigen, warmen Standort mit humosem, durchlässigen Boden. Denn eins mögen Tulpen, wie eigentlich alle Blumenzwiebeln, nicht: Staunässe!

Die ideale Pflanzzeit für Tulpenzwiebeln liegt zwischen Ende Oktober und Mitte November. Die Blütezeit dauert dann von März bis Mai.

Woher stammt der Name „Tulpe“?

Der wissenschaftliche Name der Tulpe lautet Tulipa. Er geht wohl zurück auf das türkische Wort „tülbend“ für Turban – weil die geöffnete Tulpe in Form und Farbvielfalt an einen Turban erinnert.

Welche Tulpensorten gibt es?

Es gibt schier unzählige Tulpensorten – mehr als 3000 sind registriert. Viele davon verdanken wir den Zucht-Aktivitäten der Holländer.

Neuerdings sind historische Sorten wieder gefragt: Mehrfarbig, gestromt oder im Papageien-Look setzen sie im Garten leuchtende Akzente. Einzelgänger sind sie allerdings nicht. Am prächtigsten kommen sie immer in kleinen oder größeren Gruppen zur Geltung.

Wann blühen Tulpen?

Der Nationale Tulpentag eröffnet jedes Jahr offiziell die Tulpensaison. Er wird – natürlich – in Holland begangen, genauer in Amsterdam.

Auf der Dam, dem großen Platz vor dem Königlichen Palast, wird alljährlich dafür von Tulpenzüchtern ein spezieller Pflückgarten mit zehntausenden Tulpen angelegt. Diese dürfen dann kostenlos von den Besuchern gepflückt werden.

Obwohl das der offizielle Start der Tulpensaison ist, blühen sie in Deinem Garten wesentlich später: Je nach Wetterlage kannst Du dort die ersten Tulpenblüten ab März sehen.

Alles über Tulpen auf einen Blick

Wie alle Zwiebelblumen müssen auch Tulpen mit einer kurzen Vegetationszeit auskommen, da sie sich
schon im Sommer wieder in ihre Zwiebeln zurückziehen.

Wer die Chancen auf einen erneuten Austrieb im nächsten Jahr erhöhen will, sollte die Pflanzen mit Nährstoffen versorgen, sobald ihre Blätter sich
entfalten.

Verwende dazu möglichst einen mineralischen Volldünger wie zum Beispiel Blaukorn,
denn der kann von den Wurzeln sofort aufgenommen werden.

Dünge vor allem die Tulpen, die von Natur aus langlebiger sind – dazu zählen zum Beispiel Darwin-Tulpen und Viridiflora-Tulpen.

Übrigens:

Tulpen sind gesellige Typen und wirken in Einzelstellung etwas verloren. Sie können sie nach Farben sortiert pflanzen oder auch wie als herrlich buntes Potpourri – so, als hätten Maler gerade ihre Farben mit Pinseln ins Beet getupft.