Gartenglück: Warum Gärtnern
einfach glücklich macht

Gartenarbeit ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung und bietet Auszeit vom Alltag. Gärtnern soll sogar richtig glücklich machen und darum gesund sein – wie kommt’s?

Gärtnern lässt das Herz aufblühen

Rasen mähen, Unkraut jäten, Büsche zurechtstutzen. Für einige ist die Gartenpflege in erster Linie eine Pflicht, damit das Grün „hinterm oder vorm Haus“ nicht anfängt zu wuchern. Für andere bedeutet die Gartenarbeit an der frischen Luft hingegen Freiheit, Freude und Leidenschaft.

Die Beschäftigungen im Garten sind natürlich kein Spaziergang. Das Säen und Graben, das Haken und Ernten ist körperlich anstrengend. Aber die Mühe zahlt sich nach getaner Arbeit eigentlich immer aus. Studien belegen, dass bereits der Anblick von Pflanzen heilsam ist. Der Blutdruck wird gesenkt, Naturgeräusche verstärken sogar den Effekt.

Gartenarbeit statt Sport: Die Aktivität im Beet ist zwar nicht immer schweißtreibend, aber stets gut für das Herz-Kreislauf-System und die Abwehrkräfte. Die Gartentätigkeit spricht viele Muskeln gleichzeitig an, darunter die Arme und Beine, den Rücken und Bauch. Gefordert sind auch die kleinen Muskeln, die wir im Alltag durch Sitzen und wenig Bewegung häufig vernachlässigen.

Ein weiterer positiver Effekt der Gartenarbeit ist, dass man der Natur mit einfachen Mitteln etwas Gutes tun kann. Zum Beispiel indem man den Garten bienenfreundlich gestaltet und somit zahlreichen Insekten Nahrung und einen Lebensraum schenkt.

Ehrliche Handarbeit, wohlverdiente Ernte

Viele Menschen sehnen sich in der heutigen Zeit nach mehr Naturnähe. Sie möchten ihre Freizeit im Freien verbringen, wollen etwas anpacken, sich schmutzig machen. Sie suchen das Ursprüngliche, wollen sich spüren und lebendig fühlen.

Gartengestaltung ist waschechte Handarbeit! Mit den eigenen Händen eine Wohlfühl-Oase zu schaffen, ist ein einmaliges Gefühl. Erst wenn die Erde durch die Finger rieselt, Sie diese verteilen und mit den Händen andrücken, bekommen Sie ein Gespür für sie. Gartenarbeit verändert auch das Bewusstsein. Man sollte nicht gegen den Garten arbeiten, sondern mit ihm Hand in Hand.

Ob im Mini-Garten des Mietshauses (manche finden auch im kleinen Garten ihr großes Glück), im City-Gemeinschaftsgarten oder einem großen gepachteten Gartengrundstück auf dem Land: Wer möchte, kann sich mit Obst, Gemüse und Kräutern (teilweise) selbst versorgen. Das spart nicht nur Geld, sondern Sie können den Nahrungsmitteln auch beim Wachsen zuschauen.

Psychologische Effekte der Gartenarbeit

Gärtnern macht glücklich, weil es dem Körper und der Psyche guttut. Die Outdoor-Aktivität setzt Glückshormone frei und spricht alle Sinne an: Hören, Riechen, Sehen, Tasten und manchmal sogar schmecken – der ideale Gegenpol zur Bürotätigkeit.

Wer gärtnert, hat etwas, um das er sich kümmern muss. Und damit eine sinnvolle Aufgabe. Vom Saatkorn bis zur Frucht vergeht schließlich eine Weile. Gartenarbeit ist lehrreich, kann meditativ sein und eine therapeutische Wirkung haben. Erfolgreich wird sie u. a. bei Suchtkranken zur Beschäftigungstherapie sowie zur Burnout-Vorbeugung eingesetzt. Gärtnern kann wie ein natürliches Glücksmittel wirken und helfen, gewisse Ängste abzubauen.

Gartenarbeit steigert mitunter auch die Achtsamkeit und das Selbstbewusstsein. Im Garten kann man sich austoben und verwirklichen. Erfolge sind sichtbar. Das gibt Selbstbestätigung. Die Tätigkeit entschleunigt, entspannt und hilft so beim Stressabbau. Nebenbei können Sie Ihre Gedanken sortieren.
Als Gartenmensch lernt man, nicht so leicht aufzugeben, „Krisen“ zu meistern und immer weiter zu machen, auch wenn kein Ende in Sicht ist. Ein Garten steht für den Kreislauf des Lebens. Er blüht und verwelkt. Mit der Gartenarbeit ist es nie wirklich vorbei – das ist gerade das Schöne daran.

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Zum Beispiel über Boris Ritscher, ein bärtiger Schlagzeuger und Tischler, der seine Passion zum Beruf gemacht hat oder über Bruno Buß und Verena Nolden, den Gründern des Internationalen Gartens Oedekoven.

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