Ein Dach für das Gartenhaus
Warum Dachpappe nicht ausreicht

Die Dachbedeckung ist extra! Wenn du Dir einen Bausatz für ein Gartenhaus, einen Schuppen oder einen Carport kaufst, ist die Eindeckung für das Dach im Set nicht enthalten. Der Grund: Jeder Einsatzort für so ein Holzbauwerk braucht eine andere Ausgestaltung des Dachs. Wir haben einmal für Dich zusammengestellt, worauf Du bei Kauf und Montage einer Dacheindeckung achten musst.

Dachpappe – es wäre so einfach!

Ein oder zwei Rollen besandete Dachpappe kosten wenig mehr als ein Besuch im Schnellrestaurant. Was für ein Gewinn, wenn man so einfach das Problem der Dachbedeckung beim Gartenhaus lösen könnte! Doch leider ist die in wenigen Minuten festgenagelte Bitumenbahn wenig mehr als ein Platzhalter, um die Zeit bis zur Lieferung des „richtigen“ Dachs zu überbrücken. Sie ist definitiv keine Dauerlösung und wird inzwischen von den meisten Herstellern von Gartenhäusern schlicht abgelehnt. Dein neues Gartenhaus hat also etwas Besseres verdient!

Hier gehört die Dachpappe hin

Völlig überholt ist der Einsatz von Dachpappe aber doch noch nicht: Als Grundlage für alle System-Beläge ist sie sehr gut geeignet. Ganz gleich, ob das nun eine Lattung für die Montage von Dachplatten ist oder die Basis für eine Haut aus Bitumenschindeln. Unsere Empfehlung: Als letzter Arbeitsschritt an Tag 1 der Montage des Gartenhauses eine Lage Dachpappe aufbringen. Dabei 2cm Überstand an den Rändern nicht vergessen! So schützt Du den Rohbau für ein paar Tage und hast eine flexible, aber dichte Basis für alle weiteren Aufbauten.

Wie sieht Dein Dach aus?

Alle Dächer verdienen eine sichere und dauerhafte Eindeckung. Aber Flachdächer – und solche mit nur ganz geringer Neigung – brauchen eine besonders dauerhafte Dachhaut. Es gilt, stehendes Wasser auf der Fläche in jedem Fall zu vermeiden! Bei den Dachformen mit stärker angewinkelten Flächen sind es meist die Stoßkanten und Ränder, die mittelfristig Probleme machen: das können der First, die Windbretter an der Stirn oder der Übergang zur (unbedingt empfehlenswerten!) Dachrinne sein. In jedem Fall darf niemals unbehandeltes Holz der Witterung ausgesetzt werden.

Was kommt drauf aufs Dach?

1. Bitumen-Schweißbahn

Elastomer-Bitumendachbahnen lassen sich schnell und einfach anbringen: Typischerweise werden sie verklebt oder mit dem Brenner verschweißt. Sie sollten ca. alle 10 Jahre erneuert werden. Für Dachneigungen ab 5° geeignet, oder mehrlagig bei Flachdachkonstruktionen.

2. Bitumen-Dachschindeln

Sie haben eine reizvolle Optik und eine noch höhere Lebensdauer als Dachbahnen. Sie sind als Rechteck- oder Biberschwanz-Schindeln erhältlich. Dank des geringen Gewichts haben sie kaum Auswirkungen auf die Statik. Für eine Dachneigung zwischen 15° und 85°.

3. Bitumen-Wellplatten

Sie sind kostengünstig, einfach zu verlegen und darüber hinaus in verschiedenen Farben verfügbar. Die Wellplatten sind wartungsfrei und extra langlebig. Für Dachneigungen von mindestens 10°.

4. Dach- und Fassadensysteme

Perfektes Zusammenspiel von Dachblechen und allen dazugehörenden Spezialblechen wie Ortgang, First und Dachrinne. So bleibt das Dach über viele Jahre garantiert dicht. Wichtig: Bei Dachsystemen immer auch die dazugehörigen (System-) Schrauben oder Nägel verwenden.

5. Dachbleche und -platten

Natürlich kann man mit jedem Trapezprofil-Dachblech oder jeder Dachplatte ein dichtes Dach erreichen. Die Auswahl an Farben, Formen und Strukturen ist riesig. Wichtig ist aber immer eine Montage streng nach Anleitung, mit den vorgeschriebenen Überlappungen, Schrauben etc. Immer bedenken: Es braucht nur eine einzige Eintrittsöffnung für das Wasser, um langfristig maximalen Schaden anzurichten!

6. Dachbegrünung

Die hohe Schule für die Gestaltung von Flachdächern. Erste Frage ist immer die nach der Statik. Verträgt die eine - womöglich auch nur extensive – Begrünung? Zweiter Schritt ist die Abdichtung der Fläche mit einer stabilen Bitumen-Schweißbahn, dazu kommt auch immer ein Entwässerungssystem mit Drainage und Dachgullys. Darauf liegen eine Wurzelschutzfolie und das Substrat, meist gleich als Vegetationsmatten. Dachbegrünung ist anspruchsvoll, lass Dich im Fachcentrum beraten!