Eine sichere Basis
9 Schritte zum geraden Boden

Der Boden muss gerade sein. Was immer Du an neuem Bodenbelag planst, ein planer Untergrund ist immer Voraussetzung. Das gilt für Fliesen, Parkett, Laminat, Design-Böden, Kork oder auch Teppich. Wir zeigen Dir, wie Du ganz einfach den Untergrund in Deiner Wohnung plan bekommst.

Warum ist mein Boden schief?

Gerade Altbauwohnungen haben eigentlich nie einen ebenen Fußboden. Das liegt am Materialmix, der sich über viele Jahrzehnte im Untergrund angesammelt hat: Da liegt Holz, alter Estrich und neuer Estrich. Da sind schlecht verputzte Ecken, wo früher ein Ofen gestanden hat, Teppichkleber-Reste und Spuren von alten Ausgleichsversuchen. Das alles ist eine Berg- und Tal-Fahrt und ganz sicher keine gute Basis, um Fliesen & Co. zu verlegen.

Welche Optionen habe ich?

Die eine Möglichkeit ist es, mit einer selbstnivellierenden Ausgleichsmasse den Boden komplett zu bedecken und so eine neue Basis zu schaffen. Die andere Option ist es, mit einer Trockenschüttung und Estrichelementen einen ganz neuen Fußboden aufzubauen. Wie auch immer Du Dich entscheidest: Du musst unbedingt vorher klären, wie groß die Höhenunterschiede sind und wieviel Platz noch nach oben bleibt. Wer sich hier verschätzt, kann nach der Boden-Renovierung alle Türen anpassen.

Bis zu 6 Zentimeter

Die einfachste Form des Bodenausgleichs ist immer eine flüssige Ausgleichsmasse. Die kann Unterschiede bis zu 60 mm ausgleichen und darf auf praktisch jedem Untergrund eingesetzt werden. Gerade wenn Du den typischen Altbau-Mix an Materialien im Untergrund vorfindest, ist eine flüssige Ausgleichsmasse die passende Antwort: Sie gibt Dir binnen weniger Stunden eine perfekte Basis, sogar für das Verlegen von Fliesen.

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Vorarbeiten: Es geht los

Du entfernst alle alten Bodenbeläge, so gut es geht. Teppich, altes Laminat & Co – das alles wandert direkt in den Container. Alte Nägel von den Holzdielen, die jetzt zum Vorschein kommen, ziehst Du raus. Kleberreste von altem Teppich kratzt Du mit einem stabilen Spachtel ab.

Wenn Du fertig bist, sollten wenige Zentimeter Höhenunterschied in der Fläche übrigbleiben. Den Boden gut fegen, danach noch einmal saugen.

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Fugen schließen

Mit Silikon in der Kartuschenpresse ziehst Du eine Naht am Rand. Das sichert den Übergang vom Boden zur Wand und schließt Schlitze und Schächte, in denen sich die Ausgleichsmasse absetzen könnte.

Du legst quasi ein Schwimmbecken an, in dem sich die flüssige Masse später breit machen kann.

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Den Rand dämmen

Jetzt kommt auf ganzer Länge ein Randstreifen, unten am Übergang vom Boden zur Wand. Der verhindert, dass Trittschall in die Wand übertragen wird oder sich Kältebrücken bilden. Der Streifen ist meistens selbstklebend. Wenn nicht, mit Klebstoff oder einer Tackerklammer fixieren.

Die eigentliche Verbindung erfolgt später durch die aushärtende Bodenmasse, Du brauchst hier also nicht absolut perfekt zu arbeiten.

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Grundierung tut gut

Jetzt streichst Du den Boden mit einer passenden Grundierung.

Der Hintergrund: Die verschiedenen Unterbodenstrukturen, die Du mit der Ausgleichsmasse ja bedecken willst, haben ein völlig unterschiedliches Verhalten, wenn es darum geht. Feuchtigkeit aufzunehmen. Die Grundierung schafft gleichmäßige Startvoraussetzungen für die gesamte Fläche.

Unbedingt trocknen lassen, bevor Du weiterarbeitest.

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Der Mix machts

Die Ausgleichsmasse wird in einem Maurerkübel mit Wasser und dem Rührhaken an der Bohrmaschine streng nach Anleitung angemischt. Das machst Du am besten draußen vor der Tür oder an einem Ort, wo es auch mal dreckig werden darf.

Und bitte den Materialbedarf nicht unterschätzen: Ein 20-Kilogramm-Sack ergibt zusammen mit gut 4 Litern Wasser ca. 12,5 Liter Mischung. Wenn man eine hohe Schichtdicke auftragen will, reicht das nur für wenige Quadratmeter. Die Masse hat eine Verarbeitungszeit von ca. 45 Minuten.

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Masse ausgießen

Jetzt trägst Du den Kübel mit der Masse in den Raum (Vorsicht: Bitte jetzt nicht stolpern!) und beginnst mit dem Ausgießen.

Startpunkt ist immer die am weitesten von der Tür entfernte Raumecke. Möglichst gleichmäßig verteilen.

Schlau, wer dabei alte Klamotten und ein Paar abgelegter Schuhe trägt, denn diese Arbeit hinterlässt Spuren auf der Kleidung!

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Gut verteilen

Mit einem Rakel oder einem großen Gummiwischer am langen Stiel kann man die Masse gut im Raum hin- und herschieben.

Hier ist aber nicht zu viel Action nötig, denn die Masse ist so eingestellt, dass sie selbstständig eine plane Oberfläche bildet. „Selbstnivellierend“ nennt das der Fachmann.

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Entlüften gehört dazu

Wenn die Masse im Raum verteilt ist, müssen die verblieben Luftblasen aus dem grauen Brei raus.

Das macht man entweder mit einer speziellen Stachelwalze oder einfach mit einem groben Straßenbesen. Je länger der Stiel, desto besser.

Dabei keine neuen Stufen oder Wellen im Boden aufschieben, die wir zuvor gerade mit dem Rakel entfernt hatten.

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Geduld zeigen

Jetzt heißt es nur noch Warten und die Füße still halten. Die meisten Ausgleichsmassen sind nach vier Stunden begehbar. Nach zwei Tagen kann man sie mit Fliesen belegen. Wenn Du eine höhere Schichtstärke brauchst, würdest Du auf die getrocknete Fläche eine zweite Schicht auftragen.

Generell gilt: Arbeiten mit Ausgleichsmasse macht Spaß, denn Du erreichst binnen kurzer Zeit ein wirklich überzeugendes Ergebnis: einen glatten, homogenen Fußboden.