WPC-Terrasse bauen:
Schön, schnell verlegt & pflegeleicht

Beton-Gehwegplatten als Boden für die Terrasse? Das muss wirklich nicht mehr sein! Die Alternativen sind zahlreich und alle um Längen attraktiver und praktischer als der graue Betonstein. Besonders beliebt: WPC-Dielen. Optisch kaum von (Voll-) Holz zu unterscheiden, extrem dauerhaft, warm und rutschsicher - mehr kann ein Outdoor-Boden gar nicht leisten. Wir zeigen, wie ihr mit WPC ganz einfach eure Traum-Terrasse gestalten könnt - sogar auf bereits bestehendem Bodenbelag.

Viel mehr als nur ein neuer Terrassenbelag

Terrassen sind heute Verlängerungen des Wohnzimmers. Und deswegen sind auch die Beläge der Terrassen heute ganz anderen Ansprüchen ausgesetzt: Wo in den 80er Jahren oft einfache Betonplatten verlegt wurden, will man heute mehr - mehr Wohnlichkeit, ein angenehmeres Gehgefühl, mehr Wertigkeit.

Zum Glück ist gleichzeitig die Auswahl an hochwertigen Terrassenbelägen sprunghaft gestiegen: neben heimischen Hölzern wie Lärche und Douglasie gibt es natürlich Tropenhölzer aus dem ökologisch vertretbaren Plantagenanbau.

Unbestrittener Marktführer in diesem Segment ist aber das neue WPC, ein Holz-Kunststoffgemisch, das sich sehr einfach auf den bestehenden Unterbau verlegen lässt. Eine Bereicherung für jede Terrasse.

Doch was gehört ganz konkret alles dazu, um eine Traum-Terrasse aus WPC-Dielen für den eigenen Garten zu zaubern?

Diese Punkte solltet ihr bei der Planung eurer WPC-Terrasse beachten:

1. WPC-Terrassendielen

WPC steht für „Wood-Plastic-Composites”, also einer Mischung aus Kunststoff und Naturfasern. Das Ausgangsmaterial sind oft Produktionsreste aus der Druckindustrie.

Die Terrassen-Bohlen, die daraus geformt werden, fühlen sich dabei wie homogenes, massives Holz an. Beim Begehen erscheinen sie warm. Holzsplitter gibt es nicht. Die möglichen Farben sind neben braun und anthrazit meist sandfarben und hellgrau. Das Material ist extrem stabil, trotzt Wind, Wetter, Insekten und UV-Strahlen und ist problemlos zu recyceln. Die Hersteller bieten deswegen oft Garantiezeiten zwischen 10 und 25 Jahren an.

Rein praktisch gibt es also kaum etwas, was gegen WPC spricht. Es ist der aktuelle Maßstab, an dem sich alle anderen Bodenbeläge messen lassen müssen.

2. Der Unterbau

Eine WPC-Terrasse ist konstruktionsseitig ein klassisches Holzdeck. Es wird genauso verarbeitet wie heimische Hölzer oder Tropenhölzer. Neben einem Fundament braucht es eine Unterkonstruktion, die die Bohlen mit Klammern fixiert und ein Gefälle vom Haus weg garantiert. Auch ein Unkrautvlies im Untergrund ist kein Fehler.
Das optische Bild wird durch das individuelle Verlegemuster festgelegt und Profile gewährleisten einen komfortablen Übergang aus dem Haus und einen optisch sauberen Abschluss an den Außenkanten.

Besonders einfach wird es, wenn - wie in unserem Beispiel - bereits eine schlichte Betonplatten-Terrasse vorhanden ist. Die kann man liegen lassen und als Fundament für die darauf aufbauende WPC-Konstruktion verwenden. Selbst das Gefälle vom Haus weg wird dann durch die bestehende Betonterrasse vorgegeben.

3. Was tun bei Neuanlagen?

Wenn keine Altkonstruktion vorhanden ist (bei Neubau, Komplettrenovierung etc.) führt kein Weg an einem klassischen Unterbau für die neue Terrasse vorbei: Das bedeutet, dass auf der ganzen Fläche zunächst einen knappen halben Meter tief ausgeschachtet werden muss. Dann wird Kies eingetragen und mit der Rüttelplatte verdichtet. Eine ca. 5 cm dicke Schicht Schotter-Splitt erlaubt das saubere Ausrichten der Fundamentsteine.

WPC-Terrasse auf bestehendem Grund bauen

Eine attraktive neue Terrasse bauen? Mit WPC-Dielen kein Problem. Extrem dauerhaft, warm und rutschsicher – mehr kann ein Outdoor-Boden gar nicht leisten. Für das Verlegen brauchen die Betonplatten der alten Terrasse nicht entfernt werden. Sie geben ein perfektes Fundament ab. Hier geht's zum DIY-Video.

Schritt für Schritt zur WPC-Terrasse

Dieses Material braucht ihr:

  • Bohlen
  • Clips
  • Unterkonstruktion
  • Unterlege-Pads
  • Schrauben und Dübel
  • Rahmenleisten
  • Übergangsschienen

Wir arbeiten mit der Kovalex Alu-Unterkonstruktion.

Dieses Werkzeug braucht ihr:

1

Planung & Vorbereitung

Vor dem Bauen kommt das Messen und das Planen: Messt die Grundfläche genau aus, ermittelt den Materialbedarf und zeichnet euch die Position der Lagerhölzer an.

Einige Hersteller bieten auch Online-Konfiguratoren für den Materialbedarf an. Eine besonders gute Planung ist immer dann nötig, wenn die Grundfläche tiefer als die Bohlen lang sind, dann ist ein Konzept für die Verlegeplanung Pflicht.

2

Unterkonstruktion vorbereiten

Wie immer, wenn draußen gebaut wird, tragt ihr als erstes das Material zur Baustelle. Das kann gerade bei den massiven WPC-Dielen schon recht anstrengend sein. Holt Euch also möglichst ein zweites Paar Hände dazu, ein Helfer ist hier einfach Gold wert. Wenn alles Material an der Baustelle ist und die Kapp- und Gehrungssäge angeschlossen ist, kann es losgehen.

Die Schienen der Unterkonstruktion legt ihr auf die kleinen, quadratischen Kunststoff-Pads, die Unebenheiten im Boden ausgleichen und Knirsch-Geräusche später beim Begehen der Terrasse vermeiden. Gerade die erste Schiene muss ganz genau positioniert werden; der genaue Abstand zur Wand und der maximale Überhang der Diele stehen in der Bauanleitung.

3

Befesigung

Schiene und Pad werden nach dem Anzeichnen direkt vor Ort mit dem Metallbohrer angebohrt. Das Loch für den Dübel folgt gleich darunter, diesmal mit der Schlagbohrmaschine und dem Steinbohrer. Loch auspusten, den Dübel mit leichten Hammerschlägen setzen. Alles klar?

Dann kann die erste Schraube der Unterkonstruktion mit dem Akkuschrauber gesetzt werden. Bevor ihr die Schraube in den nächsten Pad setzt und so einen Anschluss an die Schiene schafft, unbedingt auf eine Bewegungsfuge von ca. 1 cm achten. Soviel braucht das Material, um sich bei Temperaturschwankungen ausdehnen zu können.

4

Serienfertigung

Wenn die erste Schiene der Unterkonstruktion liegt, empfiehlt es sich, sich aus einem Stück Restholz, mit der Kapp- und Gehrungssäge zwei Abstandshalter zu schneiden. Diese „Schablonen“ erlauben euch einen zügigen Arbeitsfortschritt, indem sie den Abstand zwischen zwei Schienen vorgeben, ohne dass man jedes Mal die Position neu ausmessen müsste.

Der Abstand der Unterkonstruktionsprofile liegt, je nach System, zwischen 30 und 45 cm. Hier nicht mit dem Material knausern, sonst könnte die Terrasse hinterher bei jedem Schritt knarzen und schwingen.

Ein Tischlerwinkel stellt sicher, dass ihr die Schienen nicht nur parallel, sondern auch rechtwinklig verlegt.

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Schienen anpassen und montieren

Wenn ihr die Schienen der Unterkonstruktion kürzen müsst, solltet ihr das auf einer kleinen transportablen Werkbank oder einem Tisch mit Zwingen machen. Die Leisten gut festspannen, dann mit der Eisensäge sauber abschneiden.

Wer es eilig hat, kann hier auch einen Winkelschleifer mit schmaler Trennscheibe einsetzen. Schnittkanten entgraten. Dabei Handschuhe tragen, damit ihr euch keine scharfen Späne in die Finger drückt.

In jedem Fall gilt: Wenn ihr bei der Montage der Unterkonstruktion einmal euren Rhythmus gefunden habt, geht das schnell von der Hand. Besonders, wenn man einen Helfer hat.

Und nicht vergessen: Dabei immer auf die Einhaltung des Gefälles achten!

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Dielen zuschneiden und vorbereiten

Auch wenn der Aufbau der Unterkonstruktion einige Zeit in Anspruch genommen hat, das eigentliche Verlegen der Dielen geht im Handumdrehen: Die Dielen werden mit einfachen Clips auf der Schiene gehalten.

Doch zunächst müssen die Dielen selber zugeschnitten werden. Dafür nehmt ihr die Kapp- und Gehrungssäge. Und da es sich um immer wiederkehrende Längenmaße handelt, empfiehlt es sich, einen kleinen Anschlag an den Sägetisch zu bauen, damit alle Bretter die gleiche Länge bekommen.

Nicht vergessen: Beim Sägen Augen- und Ohrenschutz tragen!

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Clips setzen

Der erste und der letzte Clip in der langen Kette werden mit je zwei Schrauben auf der Schiene gesichert. Alle anderen Clips werden bei unserem System (Kovalex) nur aufgeschoben und festgedrückt, nicht verschraubt oder gar verklebt.
(Achtung: Es sind aber auch Befestigungssystem im Handel, bei denen jeder Clip verschraubt wird. Lasst euch im Zweifel beraten!)

Beim Montieren der Dielen ggf. darauf achten, dass diese eine einheitliche Verlegerichtung haben. Diese würde man an einem Aufkleber in der Nut der Diele erkennen. Je nach Bedarf und verwendetem System montiert ihr jetzt auch die Seiten- und Wandabschlüsse und das Übergangsprofil zur Terrassentür.

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Fertig!

Viel schneller als ihr denkt, werdet ihr die letzte Schraube setzen.

Das Ergebnis ist in jedem Fall beeindruckend - und wird euch viele Jahre Freude bereiten. Denn anders als eine Holzterrasse ist ein WPC-Deck total pflegeleicht. Wie ihr Flecken, Blütenstaub & Co trotzdem wegbekommt, haben wir unten für euch zusammengefasst.

WPC-Terrasse - was man sonst noch wissen sollte

Material für die Unterkonstruktion

Auch wenn WPC ein extrem stabiles Material ist, auf den nackten Betonboden sollte man die Dielen nicht dübeln. Da WPC empfindlich auf Temperaturschwankungen reagiert, würden die Dübel spätestens bei der ersten Hitze- oder Kälteperiode herausgerissen werden. Und die Holzfasern in der Diele mögen auch keinen dauernden Wasserkontakt. Auch ein Mix von (Hart-) Holz in der Unterkonstruktion und WPC obenauf braucht einen sauberen konstruktiven Holzschutz.

Die beste Wahl ist deswegen entweder eine spezielle WPC-Unterkonstruktion oder ein modernes Alu-Schienensystem mit Clips, wie wir es im Video verwendet haben. Die geringen Mehrkosten stehen in keinem Verhältnis zu der extrem langen Lebenserwartung der WPC-Terrasse.

Das richtige Verlegemuster

Im Idealfall ist die Terrasse so tief wie die Dielen lang sind. Der Fachmann spricht von „durchgehender Verlegung“. Wenn die Terrasse aber breiter oder tiefer ist, als die Bohlen lang sind, muss ein Verlegeplan her.

Meistens wird man sich für ein Muster entscheiden, bei dem abwechselnd lange und kurze Dielen verlegt werden. Der Fachmann spricht vom „englischen Verband“ oder auch der „Kopf an Kopf“ Verlegung. Beim „Kreuzmuster“ wir die Fläche in gleichgroße oder spitz zulaufende Flächen aufgeteilt.

Wichtig ist dabei, dass ihr den Unterbau von Anfang an dem geplanten Verlegemuster anpasst, damit jede Schnittstelle stabil auf der Unterkonstruktion liegt.

Reinigung von WPC-Decks

Eigentlich ist eine WPC-Diele kaum kaputt zu bekommen. Doch der Alltag hinterlässt seine Spuren: Organischer Schmutz, leichter Schimmel- oder Algenbelag wird sich früher oder später in den Fugen zeigen. Auch sieht man hier Blütenstaub, oder Reste von Grillpartys und Kindergeburtstagen in den Fugen. Das ist unvermeidlich, aber dem kann man leicht zu Leibe rücken. Zwei Reinigungsaktionen im Jahr reichen meist aus.

Erster Arbeitsgang ist immer das Einweichen des Schmutzes mit Wasser. Und das bitte nicht gleich mit dem Hochdruckreiniger - denn den mögen die Holzfasern im Gemisch nicht. Danach wir die Terrasse mit einem Allzweckreiniger abgeschrubbt. Beim Reiniger auf WPC-Verträglichkeit achten.

Im BAUHAUS Fachcentrum gibt es darüber hinaus eine ganze Reihe von speziellen WPC-Pflegeprodukten. Besonders hartnäckige Beläge lassen sich auch mit Maschinenhilfe bekämpfen - z.B. mit der Gloria Bodenreinigungsbürste MulitiBrush. Lasst Euch im Fachcentrum beraten!

Tipp: Fleckentfernung - die Radikallösung

Natürlich kann man ein WPC-Deck bei hartnäckigen Flecken oder Verschmutzungen auch leicht anschleifen. Dazu einen passender Schleifklotz suchen, mittlere oder feine Körnung beim Schleifpapier. Das Material verhält sich dabei nicht anders als Hartholz. Nach dem Schleifen den Belag mit klarem Wasser reinigen. Doch zum Glück ist diese Notfalllösung nur selten nötig.

Warum braucht meine Terrasse ein Gefälle?

Das Gefälle von 2° bis 3°, das bei einer Holzterrasse regelmäßig gefordert wird, hat zwei Begründungen:

Zum einen will man verhindern, dass bei Schlagregen Wasser in Richtung Hausmauer fließt und womöglich ins Fundament sickert. Zum anderen soll kein Wasser auf der Fläche stehen bleiben, sondern ablaufen und bei der Gelegenheit oberflächliche Verschmutzungen, beispielsweise Blütenstaub, gleich mitnehmen.

Beim Begehen merkt man das Gefälle im Regelfall nicht.

Klick Dich jetzt rein!

Bohren, sägen, flexen, schleifen, hämmern, stampfen, baggern - das alles erlebst Du mit uns im BAUHAUS Workshop! Hier dreht sich alles rund um das Werken zuhause und im Garten. Freu Dich auf spannende Projekte, lehrreiche Facts und jede Menge Spaß!