Elch

Ungewöhnliche Waldbewohner: Diese
5 Wildtiere leben auch in Deutschland

Welche Tiere leben bei uns im Wald? Da fallen Dir sicherlich ganz schön viele ein. Doch hättest Du gedacht, dass diese 5 wilden Waldtiere auch (wieder) hier leben?

Überblick über Tierarten

Die Liste der tierischen Waldbewohner ist lang: Wildschwein, Reh-, Rot- und Damwild, Dachs und Fuchs. Aber natürlich gehören auch unterschiedlichste Maus-Arten, Vögel, Eichhörnchen oder Ameisen dazu.

Ganz klar: Unsere Laub- und Nadelwälder sind artenreich und bieten zahlreichen Tieren einen Lebensraum, auch wenn Säugetiere wie etwa der Braunbär seit fast 200 Jahren hier nicht mehr heimisch sind.

Einige überraschende Arten – riesige Säugetiere und kleine Raubtiere – kommen allerdings zurück und siedeln sich hier neu an.

Welche das sind und weshalb sich Waschbären mittlerweile genauso wohl in unseren Wäldern fühlen wie Wisente, das erfährst Du hier. Und was ist das überhaupt, ein Wisent?

Wisent auf Wiese Wisent auf Wiese

1. Wisent: gefährdete Wildrindart

Wisente sind die größten und schwersten Landsäugetiere Europas und entfernte Verwandte des mittlerweile ausgestorbenen Auerochsen – Vorfahre des heutigen Hausrinds. Wisente können über eine Tonne wiegen. Sie leben in Herden von bis zu 30 Tieren. Bis vor rund 100 Jahren waren sie noch in Polen heimisch, wurden dann aber bis zum letzten Tier gejagt.

Mittlerweile machen sich die zotteligen Waldbewohner mit dem auffälligen Buckel in den Wäldern des Rothaargebirges (Sauerland, Nordrhein-Westfalen) breit. Dort durchstreift eine wilde Herde mit mehr als 20 Tieren das Gelände. Der Beginn für die natürliche Ausbreitung war 2013 die Auswilderung von acht Tieren durch den Verein Wisent-Welt-Wittgenstein e.V..

Der Landesverband NRW der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) engagiert sich mit der Aktion „Wisenthilfe“ seit rund 20 Jahren für den Erhalt des Wisents und kooperiert mit Wisent-Parks und -Gehegen in Deutschland und Polen. Das Ziel: eine langfristige Vergrößerung einzelner Wisent-Bestände in geeigneten Lebensräumen. Mehr über die Wisent-Aktion des SDW kannst Du hier erfahren.

Waschbär Waschbär

2. Waschbär: anpassungsfähiger Allesfresser aus Amerika

Er mag die Nähe zum Wasser. Sobald es dämmert, wird der Waschbär aktiv. Über eine Million Exemplare des umstrittenen Waldbewohners sollen inzwischen in Deutschland leben. In den USA ist der etwa 70 Zentimeter große Kleinbär (Raccoon) eine regelrechte Plage. Und auch hierzulande vermehrt er sich ohne natürliche Feinde und mit genug Futter überaus prächtig.

Heimisch war der Waschbär hier ursprünglich nicht. Er wird daher als „invasive Art“ bezeichnet. Das putzig aussehende Waldtier, was eigentlich ein Raubtier ist, stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde in den 1930er-Jahren nach Europa gebracht. In den darauffolgenden Jahren brachen in Hessen und Berlin eine Handvoll Tiere aus und verbreiteten sich seitdem über ganz Deutschland. Um die weitere Ausbreitung zu verhindern, steht das Füttern dieser Waldbewohner vielerorts unter Strafe.

Elch im Wald Elch im Wald

3. Elch: Wiederkäuer ohne Fluchttrieb

Beim Elch denken die meisten Menschen wohl an Länder wie Schweden oder Kanada. Was viele nicht wissen: Auch in Polen sind Elche heimisch. Dort leben etwa 4.000 wilde Exemplare als Einzelgänger. Von unseren Nachbarn im Osten aus finden die Großhirsche ihren Weg über die Grenze und sind hier – vor allem im Osten Deutschlands – in Wäldern, auf Feuchtwiesen und auf Moorflächen anzutreffen.

Insbesondere im dünn besiedelten Brandenburg, in Mecklenburg-Vorpommern und in Teilen von Sachsen werden zunehmend Elche von Spaziergängern und Förstern gesichtet. Naturschützern zu Folge sei der Lebensraum für die imposanten Pflanzenfresser dort ideal.

Die bis zu 800 Kilo schweren Waldtiere ernähren sich von Wasserpflanzen, Blättern und Rinde, aber auch von Sträuchern und Nadelbäumen. Für uns Menschen sind sie nicht gefährlich. Nur im Straßenverkehr sind sie bei Unfällen durch ihre Größe und ihr Gewicht eine Gefahr. Werden sie von den Scheinwerfern erfasst, flüchten sie meist nicht, sondern bleiben regungslos stehen.

Luchs Luchs

4. Luchs: scheue Raubkatze mit Pinselohren

Luchse sind die größten Raubkatzen Europas. Auch in Nordamerika sind sie heimisch. Schon früh waren sie ein begehrtes Jagdobjekt. Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Raubkatzen in Deutschland dann komplett ausgerottet. Seit den 1970er-Jahren finden in Mitteleuropa Wiederansiedlungen statt. Etwa 100 Luchse streifen laut Bundesamt für Naturschutz inzwischen durch die deutschen Wälder – viel zu wenig Tiere, um langfristig zu überleben, denn die räumlich getrennt lebenden Einzelgänger finden in der Paarungszeit nur schwer zueinander.

Die scheuen Waldkatzen mit Stummelschwanz und den charakteristischen Pinselohren leben hierzulande vor allem im Harz, Fichtelgebirge und Elbsandsteingebirge, im Pfälzerwald und im Bayerischen Wald. Luchse sind über einen Meter lang und wiegen bis zu 25 Kilogramm. Bei Dämmerung und in der Nacht sind sie aktiv. Die Jäger schleichen sich an, erbeuten Wildtiere wie Vögel, Rehe, Füchse, manchmal aber auch Nutztiere wie Schafe und Ziegen.

Wolf Wolf

5. Wolf: geschützter Waldbewohner, wieder heimisch

Sie gehören zu den gefürchtetsten Waldtieren unserer Breitengrade. Der Wolf verbreitet heute mitunter noch Unbehagen bei den Menschen – das liegt nicht nur an seinem Furcht einflößenden Erscheinungsbild, sondern auch an der Rolle des Wolfs in unseren Märchen und Fabeln. Wölfe machen seit einigen Jahren wieder Schlagzeilen, weil sie sich in Deutschland immer weiter ausbreiten und zunehmend in der freien Wildbahn und sogar in Dörfern gesichtet werden. Nicht nur Wildtiere fallen ihnen zum Opfer: Im Rudel reißen sie mitunter Hühner, Ziegen und Schafe – zum Ärger der Besitzer. Vor solchen Übergriffen schützen Zäune und Wachhunde.

Wölfe sind eine geschützte Wildtierart, die nicht gejagt werden darf. Das war nicht immer so. Einst wurden sie hierzulande ausgerottet. Mittlerweile erholen sich die Bestände. Die Vorfahren der Haushunde sind wieder im deutschen Wald zu Hause, wagen sich bei der Nahrungssuche jedoch auch immer weiter aus dem Wald heraus. Ein Rudel besteht aus drei bis elf Tieren und kann ein Gebiet von etwa 200 Quadratkilometer beanspruchen. Wölfe übernehmen eine wichtige Funktion im Ökosystem des Waldes, weil sie die Wildbestände auf natürliche Weise kontrollieren. Zur Beute zählen hauptsächlich Rehe, Hirsche und Wildschweine.