
Rosmarin – der Superstar
unter den Küchenkräutern
Ätherisch, würzig, betörend: Was wären wir ohne Rosmarin? Auf jeden Fall um etliche Grillabende ärmer. Denn welches Küchenkraut sonst ist in der Lage, Gemüse und Fleisch so herrlich intensiv zu aromatisieren – und obendrein Völlegefühl zu lindern?
Höchste Zeit also, mehr über Rosmarinus officinalis und Rosmarin-Pflege zu erfahren.


Woher kommt Rosmarin?
Rosmarin wächst wild im westlichen und zentralen Mittelmeerraum, insbesondere in den Küstenregionen bis zum Ionischen Meer.
Kultiviert wird Rosmarin seit der Antike im östlichen Mittelmeerraum und am Schwarzen Meer. In Deutschland bzw. Mitteleuropa kann das beliebte Küchenkraut leider nicht ganzjährig wachsen: Rosmarin bevorzugt sonnige, trockene, vor allem kalkreiche Standorte und ist nicht winterfest.


Wärmend oder konzentrationsfördernd?
Rosmarin ist ein Lippenblütler und verwandt mit Lavendel, Salbei und Thymian. Seine drei Chemotypen (Variationen) unterscheiden sich im Gehalt an Inhaltsstoffen und durch ihr Anbaugebiet:
- Campher (Marokko): frisch, vitalisierend, konzentrationsfördernd
- Cineol (Spanien): anregend, wärmend, weil durchblutungsfördernd
- Verbenon (Korsika): gut für die Verdauung
Darüber hinaus existieren verschiedene Unterarten – sogenannte Varietäten – wie beispielsweise der kriechende Rosmarin (lateinisch: Rosmarinus officinalis "Prostatus"), der gern als Zierpflanze genutzt wird.


Öldrüsen sorgen für Kühlung – und unwiderstehliches Aroma
Im botanischen Sinne gilt Rosmarin als immergrüner Strauch. Die mehrjährige Pflanze erreicht in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet eine Wuchshöhe von bis zu 2 Metern. Kultivierte Arten wachsen bis zu 1,20 in die Höhe.
Seine nadelartigen Blätter haben kleine Öldrüsen, die ätherische Öle absondern und die Pflanze bei Hitze abkühlen.
Zur Blütezeit zwischen Mitte März und Anfang Juli bildet Rosmarin blaue, lila oder weiße Blüten aus.


Küche und Heilkunde: Dafür wird Rosmarin verwendet
Sowohl frische und getrockneten Blätter der Pflanze als auch zarte Zweige kannst Du zum Kochen verwenden.
Beachte: Rosmarin sollte stets sparsam dosiert werden, da er sehr kräftig schmeckt und andere Aromen leicht überdeckt.
Rosmarin harmoniert wunderbar mit Fleischgerichten, auch Wild und Geflügel, sowie Fisch. Als Gemüse sind Zucchini, Tomaten, Paprika und Kartoffel ideale Partner. Denk daran, dass Rosmarin Wärme und Zeit braucht, um sein volles Aroma zu entfalten. Deshalb werden Salate wie Tomatensalat, Blattsalat und Fischsalat durch Rosmarin lediglich aromatisch abgerundet.
Seine ätherischen Öle wirken als Heilmittel je nach Chemotyp (s.o.) beruhigend, entwässernd sowie durchblutungssteigernd. Rosmarin wird als Tee oder Bad eingesetzt und ist außerdem als Öl, Salbe, Pflaster oder Tinktur erhältlich.